CrowPi 2 Testbericht: Raspberry Pi Laptop & Lern-Kit für Kinder

Mit dem Raspberry Pi ist so ziemlich jedes Hobby-Projekt umsetzbar, doch gerade für Kinder ist der Einstieg dabei oft nicht so einfach. Durch den günstigen Preis kommt der Raspberry Pi ohne Zubehör, was auch eine kleine Hürde darstellt. Der CrowPi 2 ist ein Raspberry Pi Laptop, der dieses Problem versucht zu lösen:

Im Gehäuse eines Laptops befindet sich nicht nur Display und Tastatur, sondern auch eine große Anzahl an üblichen Sensoren, die sich „unter der Haube“ (der Tastatur) befinden. Dazu gibt es Anleitungen, die Schritt für Schritt die Programmierung der Sensoren grafisch erklären. Wie mein Fazit zu diesem Gerät lautet, kannst du in diesem Artikel nachlesen.

Der Hersteller Elecrow war so freundlich und hat mir einen der CrowPi 2 Laptops zum Testen überlassen. Meine Einschätzung, Pro und Kontra, sowie mein Fazit möchte ich nicht vorenthalten.

 

Crow Pi 2 – Ein Raspberry Pi Laptop Bastelkit

Der Crow Pi ist ein Bastelmodul für Anfänger, verpackt im Laptop Design. Dabei sind integrierter 11.6 Zoll Bildschirm, Webcam, Maus und Tastatur natürlich enthalten. Die Tastatur ist nicht fest montiert und darunter befinden sich über 20 Sensoren bzw. Module. Auf der Rückseite wird ein Raspberry Pi 4B angeschlossen, wodurch alles auf der Platine direkt genutzt werden kann, ohne sich Gedanken über die Verkabelung machen zu müssen.

Unter anderem sind folgende Sensoren / Module enthalten:

Darüber hinaus ist ebenfalls ein Lüfter, sowie ein kleines Breadboard auf der Platine integriert. Die Stromversorgung kann dabei auf zwei Arten stattfinden: Zum einen ist ein Netzadapter beigefügt. Andernfalls kann auch eine 5V Powerbank verwendet werden, welche in einem Schacht auf der Rückseite verstaut werden kann.

Je nachdem welche Version (Basic, Starter, Advanced, Deluxe) man bestellt, sind zusätzlich noch weitere Komponenten wie bspw. zwei SNES Joysticks oder ein Raspberry Pi 4B inklusive.

Im Moment wird der Crow Pi auf Kickstarter finanziert und hat über 430.000 € (Stand 08.08.2020) eingesammelt. Leider kommt hier neben dem Preis für das Gerät noch einmal Zoll/Einfuhrsteuer hinzu, da die Pakete aus Hongkong versendet werden. Mir wurde gesagt, dass der spätere Vertrieb auch direkt über Händler in den jeweiligen Ländern geplant ist.

 

Pro und Kontra Argumente für den CrowPi 2

Ich hatte einige Tage Zeit mich mit dem Crow Pi intensiv auseinander zu setzen und dabei sind mir einige Punkte aufgefallen. Diese betreffen die verbaute Hardware, als auch die Custom-Software von Elecrow. Dabei ist die Zielgruppe eindeutig Anfänger und Kinder, die programmieren lernen wollen.

Positiv

Fangen wir zunächst einmal mit den positiven Eindrücken des Bastelmoduls an. Insgesamt finde ich den Crow Pi 2 sehr gelungen. Für Kinder und Lernende bietet er eine nette Einführung der verschiedenen Sensoren und Module. Das vermittelte Wissen hilft bei allen späteren Projekten.

Dabei hat mir besonders das Guided-Learning für Anfänger gefallen. Hier gibt es Kurse für Python und Scratch, wo Schritt für Schritt die Programmierung eines Sensors erklärt wird. An notwendigen Stellen werden Diagramme und Bilder zum besseren Verständnis angzeigt.

Wer einfacher anfangen möchte, kann sich auch erst einmal die vorgefertigten Projekte ansehen. Diese werden einfach gestartet und zeigen die Funktionsweise der Module, wie im nächsten Bild zu sehen ist.

Ein weiterer positiver Punkt ist, dass die Platine gut beschriftet ist und somit auch klar ist, welche GPIOs bzw. Adressen von den Modulen verwendet werden. Damit kann man ggf. seinen Code später in andere Projekte einfacher übernehmen.

Damit der Unterhaltungswert nicht zu kurz kommt, sind noch etwa 20 Spiele (für Kinder) dabei. Diese reichen von Minecraft bis hin zu Flappy Bird. Dabei werden unterschiedliche Sensoren/Module genutzt (z.B. Joystick, Touchsensor, RFID Reader, usw.). Wenn die beiden Controller per USB angeschlossen sind, können einige Spiele auch zu Zweit gespielt werden (RetroPie).

Darüber hinaus sind Tools zur Gesichtserkennung bzw. den Themen AI anbei. Zwar sollte man hier nicht zu viel erwarten, aber da es Geschmack auf mehr macht, finde ich dies einen sehr guten Punkt.

 

Negativ

Leider gab es auch ein paar Punkte, die mir nicht so gut gefallen haben:

Auch wenn das Set für Anfänger gedacht ist, ist es schade, dass man die Sensoren nicht von der Platine lösen kann. Beim erstmaligen Benutzen stellt dies zwar noch kein Problem dar, aber meist möchte man danach ja etwas Eigenes erschaffen. Somit ist es unmöglich eigene (erweiterte) Projekte damit zu bauen und muss sie einzeln nachkaufen. Lediglich die Motoren sind abnehmbar.

Weiterhin war die von mir getestete Software rein auf Englisch. Für Kinder, deren Muttersprache Englisch ist, ist das kein Problem, aber sofern die Englischkenntnisse nicht ausreichen, wird es sehr schwer für 8-jährige Kinder den Anweisungen zu folgen. Auf Nachfrage wurde mir jedoch gesagt, dass in der späteren Version die Mehrsprachigkeit geplant sei.

Ein letzter kleiner Mangel, der an meinem Exemplar auffällig war, ist, dass das Gehäuse wackelt, sobald man die Tastatur herausgenommen hat. Dadurch ist das Gewicht vorne zu gering und der Rasperry Pi Laptop kippt ein wenig. Ich denke jedoch, dass dies nur bei den Demogeräten auftritt und noch verbessert wird.

 

Fazit des Raspberry Pi Laptop

Zusammenfassend muss ich sagen, dass ich den Crow Pi als eine sehr nette Plattform zum Lernen sehe. Durch das kompakte Design als Notebook ist das wichtigste dabei und kann auch mit zu Freunden oder andere Orte mitgenommen werden. Die Zielgruppe sind dabei hauptsächlich Kinder ohne viel Programmiererfahrung. Die Ressourcen sind sehr darauf fixiert, aber bieten jedoch einen guten Mehrwert.

Lediglich  der Preis von ca. 150 € in der Basic Variante und 300 € in der Deluxe Variante (dazu noch Versandkosten + Einfuhrsteuer) wirkt etwas hoch, sofern man nicht alle Teile braucht bzw. schon erste Erfahrungen hat. Für Kinder ohne jegliche Programmiererfahrung ist der Crow Pi aber wahrscheinlich eine gute Investition – wenn auch wahrscheinlich nicht die letzte 😉

 

© Bilder: Elecrow

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