Home Assistant auf dem Raspberry Pi – Erste Schritte

Home Assistant (hass.io) ist eine Open-Source Hausautomationssoftware, die uns kostenlose Tools zur Umwandlung unseres Hauses in ein Smart Home bietet. Alles, was wir tun müssen, ist Home Assistant auf einem Raspberry Pi (Raspi) einzurichten und unsere Haushaltsgeräte damit zu verbinden. Mit der richtigen Konfiguration können wir alles zu Hause mit dem Smartphone analysieren, steuern und planen. Der erste Schritt des Smart-Homes ist die Installation der Raspberry Pi Home Assistant Software. Also lasst uns anfangen.

Im Allgemeinen ist Home Assistant eines von verschiedenen Smart Home-Systemen, die frei verfügbar sind. Eine andere häufig verwendete Software ist OpenHAB, die hier näher beschrieben ist.

Benötigtes Zubehör

Für den Anfang brauchen wir nur wenige Teile:

  1. Raspberry Pi 3B + oder höher
  2. 16 GB Micro SD Karte und USB Adapter
  3. USB Stick
  4. Laptop / PC
  5. Android Smartphone oder Apple iPhone

Hass.io Image für den Raspberry Pi laden

Zuerst brauchen wir einen Computer, der das „Gehirn“ unseres Hausautomationssystems ist. Und er sollte klein genug sein, um unbemerkt in unserem Zimmer Platz zu finden und sollte wenig kosten. Der Raspberry Pi erfüllt dabei all diese Anforderungen und wird mit 5V betrieben! Es handelt sich um einen Einplatinencomputer, mit dem wir eine Vielzahl eingebetteter Systeme erstellen können. Und das Herzstück des Raspi ist ein ARM-Kern (Prozessor), auf dem ein Linux-Betriebssystem ausgeführt wird. Tatsächlich unterstützt Raspi verschiedene Linux-Varianten (Distributionen) wie Raspbian. Wir werden eine davon auswählen und das Image für den Raspberry Pi flashen. Nach dem Flashen des Linux-Images müssen wir darüber hinaus Anwendungen wie hass.io installieren.

Das alles ist recht mühsam, daher bietet hass.io ein Raspberry Pi Linux-Image mit vorinstallierten hass.io-Anwendungen. Wir laden das Linux-Image herunter, nachdem wir die Version des Pi’s überprüft haben:

Das Bild ist über 200 MB groß und hat die Endung img.gz.

Raspberry Pi Home Assistant Image flashen

Jetzt haben wir das Image und müssen es auf die SD-Karte schreiben. Legen wir also zuerst die SD-Karte in den Adapter ein und stecken sie in den Laptop/PC. Sobald wir den Adapter angeschlossen haben, sollte im Datei-Explorer ein neues Laufwerk angezeigt werden. Zum Schreiben des Images müssen wir einen Image-Writer installieren. Hass.io empfiehlt balenaEtcher. Es ist ein einfacher, leichter plattformübergreifender Bildschreiber. Installieren wir also schnell Balena Etcher und führen das Tool aus. Im ersten Schritt müssen wir das Image angeben, das auf die SD-Karte geschrieben werden soll. Wir wählen den Speicherort des zuvor heruntergeladenen Image aus und wählen die Image-Datei aus. Wähle im zweiten Schritt das SD-Kartenadapterlaufwerk aus. Beachte, dass das Laufwerk von der Software automatisch für uns ausgewählt wird, wenn wir nur ein einzelnes USB-Gerät angeschlossen haben. Und schließlich flashen wir das Image auf die SD-Karte, indem wir auf „Flash“ klicken.

balenaetcher GUI

BalenaEtcher User Interface

 

Wlan Konfiguration

Sobald das Blinken vorbei ist, müssen wir das WiFi konfigurieren, damit wir mit dem Gerät kommunizieren können. Nimm dazu einen USB-Stick (2 GB USB-Stick reichen ebenfalls aus) und formatiere ihn in eine FAT32-Partition mit dem Datenträgernamen CONFIG.

Disk Partition in Ubuntu

In Ubuntu erstellen wir eine Partition mit gparted. Das ist eine allgemein bekannte Software, die während des Ubuntu-Installationsprozesses verwendet wird. Installiere zunächst gparted mit dem folgenden Befehl:

sudo apt get install gparted

Öffne gparted über die Anwendungssuche. Da das Partitionieren von Festplatten ein privilegierter Task ist, wirst du aufgefordert, das Kennwort für den Superuser einzugeben. Sobald wir die App öffnen, wird eine GUI ähnlich dem unten angegebenen Bild angezeigt.

Create A FAT32 Volume with Name CONFIG

Erstelle ein FAT32-Volume mit dem Namen CONFIG

Zuerst müssen wir die Festplatte auswählen, die wir partitionieren möchten. Unter Linux werden die Festplatten als Dateien im Ordner /dev gespeichert. Die Dateien der Festplatte werden als sda bezeichnet und die Flash-Laufwerke sind normalerweise sdc. Denke daran, dass die Festplatte, auf der das Ubuntu-Betriebssystem installiert ist, nicht verändert werden sollte. Daher müssen wir die richtige Partition auswählen, die wir anhand der Größe identifizieren. Normalerweise sind Festplatten größer als 100 GB. Wähle deine Festplatte (meistens /dev/sdc, wie in der Abbildung gezeigt) aus der Dropdown-Liste in der oberen rechten Ecke von gparted aus.

Wenn wir mit der rechten Maustaste auf den Inhalt der Festplatte klicken, der normalerweise ein einzelner Ordner wie /dev/sdc1 im Bild ist, wird ein Kontextmenü mit verschiedenen Optionen wie Löschen, Formatieren usw. angezeigt. Hier müssen wir eine FAT32-Partition erstellen. Wähle dazu das Format aus dem Kontextmenü und gib FAT32 als Festplattentyp und CONFIG als Datenträgernamen ein. Übernimm abschließend die Änderungen, indem du auf das Häkchen in der Symbolleiste klickst. Beachte, dass du die Festplatte möglicherweise aus dem Kontextmenü unmounten musst, wenn eine der Optionen nicht aktiviert ist.

 

Disk Partition In Windows

In Windows müssen wir die Festplattenpartition mit dem Datei-Explorer öffnen. Öffne zuerst den Datei-Explorer (Shortcut: Windows + E) und klicke mit der rechten Maustaste auf das USB-Laufwerk. Sobald das Kontextmenü angezeigt wird, wähle das Format. Gib dann die erforderlichen Optionen wie FAT32 als Dateisystem und CONFIG als Datenträgerbezeichnung an. Klicke abschließend auf Formatieren, um eine FAT32-Partition auf dem USB-Stick zu erstellen.

Konfigurationsdatei

Wir haben die Partition auf dem USB-Stick erstellt. Jetzt müssen wir der Partition unsere Wii-Anmeldeinformationen hinzufügen. Erstelle dazu zunächst eine neue Datei mit dem Namen network/my-network auf dem FAT32-USB-Laufwerk. Als Nächstes müssen wir der Datei den folgenden Inhalt hinzufügen. Ersetze vor dem Speichern der Datei MY_SSID und MY_WLAN_SECRET_KEY durch deine Wlan-Anmeldeinformationen.

[connection]
id=my-network
uuid=72111c67-4a5d-4d5c-925e-f8ee26efb3c3
type=802-11-wireless

[802-11-wireless]
mode=infrastructure
ssid=MY_SSID
# Uncomment below if your SSID is not broadcasted
#hidden=true

[802-11-wireless-security]
auth-alg=open
key-mgmt=wpa-psk
psk=MY_WLAN_SECRET_KEY

[ipv4]
method=auto

[ipv6]
addr-gen-mode=stable-privacy
method=auto

Stecke zum Schluss den USB-Stick und die SD-Karte in den Raspberry Pi und schalte ihn ein. Jetzt bootet der Pi mit dem Linux-Image hass.io. Beim ersten Start des Boards aktualisiert und installiert das Gerät die Raspberry Pi Home Assistant Anwendung. Das Update dauert ca. 20 Minuten. Wenn du zuvor auf die Anwendung zugreifst, wird der Bildschirm angezeigt, auf dem man aufgefordert wird, einige Zeit zu warten. In der Zwischenzeit wird auch versucht, eine Verbindung zum WLAN herzustellen. Da wir die Anmeldeinformationen auf dem USB-Stick angegeben haben, werden diese verwendet.

Nun wollen wir  noch sehen, wie wir mit der mobilen App auf hass.io zugreifen können.

Home Assistant auf Mobilgeräten verwenden

Es gibt zwei Möglichkeiten, auf Home Assistant zuzugreifen:

  1. Webseite
  2. Mobile App

In diesem Tutorial wird die mobile App verwendet, da sie bequemer und etwas einfacher ist. Zuerst müssen wir die Home Assistant App auf dem Handy installieren. Lade die App aus dem App Store deines Handys herunter. Derzeit unterstützt hass.io sowohl Android- als auch Apple Smartphones. Die Apps sind im Google Play Store und Apple App Store erhältlich. Außerdem sollten Smartphone und Raspberry Pi im selben lokalen Netzwerk befinden, damit wir das Gerät finden können. Im Allgemeinen wird Multicast-DNS oder Bonjour verwendet, um das Gerät zu ermitteln. Wenn das Board eingeschaltet ist, sollte es von der App erkannt werden.

Warte beim ersten Start 20 Minuten auf das Update und die Konfiguration von hass.io. Jetzt sollten wir das in der App erkannte Gerät sehen können. Erstelle nach dem Erkennen des Geräts neue Logindaten für den Zugriff auf hass.io.

Und schließlich sind wir nun endlich so weit, einige coole Lösungen für die Hausautomation zu entwickeln.

Raspberry Pi Home Assistant Mobile UI

Hass.io Android Dashboard Screenshot

Jetzt müssen wir verschiedene IOT-Geräte finden und konfigurieren (falls vorhanden) und mit verschiedenen Optionen in der App ausprobieren. In den kommenden Tutorials werden wir sehen, wie man mit hass.io die Hausautomation erstellt.

Quellen

  1. https://www.home-assistant.io/hassio/installation/
  2. https://github.com/home-assistant/operating-system/blob/dev/Documentation/network.md

7 Kommentare

  1. Wo liegen die Vorteile gegenüber openHAB2? Wenn ich mich auf ein solch umfangreiches System einlasse und Zeit investiere, sollte es meinen Bedürfnissen gerecht werden

    Antworten
    • Hass.IO ist wirklich sehr leicht zu konfigurieren. Ich habe sowohl FHEM als auch openHAB2 probiert und bin dank dank eines Tipps von einem Kumpel auf Hass.IO gestoßen. Ich finde es im Vergleich zu den anderen deutlich weiter entwickelt und einfacher konfigurierbar. In Verbindung mit z.B. ESPEasy für NodeMCU oder ESP8266 kann sehr einfach mittels MQTT die Sensordaten übertragen werden. Der MQTT-Broker lässt sich im Grunde mit wenigen Klicks einfach aktvieren. Und schon klappt es.

      Antworten
  2. Ich habe HA samt der mobilen App am laufen, habe aber mindestens 3z x bei null wieder angefangen, da das Reparieren von Fehlern nicht ganz ohne ist. Jetzt suche ich noch wie ich den BT Tracker installieren kann, finde aber in den Anleitungen keine Angaben. Es gibt wohl die Möglichkeit per ssh, aber die beiden angebotenen add-ons erlauben nur eine begrenzte Auswahl. Als Client benutze ich SSH Client auf MBP und iPad. Es hat aber keine Eile, ich folge jetzt den weiteren Kapiteln

    Antworten
  3. Versuche gerade die Installation durchzuführen. Habe aber Probleme mit der Konfigurationsdatei. Wie heißt diese? … network/my-network …ist ja wohl keine Datei: Kann mir jemand helfen?
    Im Voraus schon einmal danke.

    Antworten
  4. Ich möchte den Home-Assistant bauen. Wie ich einen USB Stic formatieren muß weiß ich. Aber wie kann man darauf dann die Datei „network/my-network erstellen und in diese dann die geforderte Datei einfügen. ?

    Antworten
    • Unter Windows: Verzeichnis network anlegen und dort die Datei my-network mit den entsprechenden Daten erstellen.

      Antworten

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